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Die Mythologie des Salzes

Bedeutung und Mythologie des Salzes

Geschichtliches:
Der römische Staatsmann und Gelehrte Flavius Magnus Aurelius Cassiodor brachte es auf den Punkt: „Auf Gold kann man verzichten, nicht aber auf das Salz“. Und so war Salz von alters her das weiße Gold, eine große Kostbarkeit. Im alten Ägypten stand nur Pharaonen das Salz als Opfergabe zu. Die römischen Soldaten wurden mit Salz bezahlt. Wir kennen vielleicht noch den etw. altmodischen Begriff „Salär“ (engl. Salary) für Gehalt. Der Heller war eine Münze, deren Name von dem keltischen Wort „Hall“ stammt. Auch „Hall“ bedeutet Salz. Und Marco Polo bereiste in China eine Provinz, in der Gold gegen eine Salzmünze getauscht wurde. Viele Städtenamen weise noch auf die wichtigen Salzfunde hin: Bad Reichenhall (reich an Hall), Hallstatt, Hallein, Salzburg, etc. Von diesen Orten spannen die Salzstraßen schon Jahrhunderte lang vor Christus ihr Netz zu Städten und Märkte, wo das kostbare „Gewürz“ teuer gehandelt wurde.

Mythologie und Brauchtum:
Salz war ein Symbol des Lebens, des Glücks, des Reichtums und der Gesundheit. Teilte man Salz mit anderen, so zeigte man sich bereit sein Glück zu teilen, es symbolisierte Freundschaft. Mit Salz wurden Bündnisse besiegelt, auch der Ehebund und bis in die Neuzeit hat sich der Brauch erhalten einen Gast mit Salz, Brot und Wein zu bewirten, um Geist (Salz), Seele (Wein) und Körper (Brot) zu verbinden. Durch alle Mythen, von der Antike bis zur Neuzeit, vom Mittelmeer bis in nordische Gefilde ziehen sich die Grundqualitäten des Salzes: seine Fähigkeiten zu schützen, zu reinigen und zu heilen.

Schutz:
Bei allen wichtigen Anlässen des Lebens, bei Geburt, Taufe, Hochzeit, während des Essens und des Schlafs, in der Fastenzeit , beim Antritt von Reisen, auf dem Sterbebett oder beim Begräbnis wurde Salz als Schutz gegen Hexerei und Schadenszauber ausgestreut oder in die Luft oder ins Feuer geworfen. Besorgte Mütter gaben ihren ausgehenden Töchtern Salz in die Kleidung, damit sie sich nicht mit den jungen Männern einlassen. Salz wurde in die Baugrube gestreut, bevor man das Fundament legte und vor dem Einzug in die neue Häuser oder Ställe gestreut. Aus dem Fenster geworfen sollte es vor nahenden Gewittern schützen. Bei den Griechen und Römern wurde Salzwasser als Weihwasser, sowie als Schutz und Abwehrzauber verwendet. Im Mittelalter sprach man ihm die Kraft zu, Dämonen zu vertreiben, wozu es sowohl im katholischen als auch im protestantischen Ritus verwendet wurde. Als Schutzsymbol und damit als Garant für Glück und Reichtum wurde Salz immer heilig gehalten. Es unvorsichtigerweise zu verschütten brachte Unglück, es bewusst auszustreuen, oder über die Schulter zu werfen, brachte Glück und bewahrte vor Schaden.

Reinigung:
Um die Atmosphäre eines Hauses von Streit und Unfrieden zu befreien, wurde ein Salzkreis darum gezogen oder die Stube mit Salz bestreut und anschließend ausgefegt. Verstorbene Seelen sollten durch Salz aus ihrer Verhaftung an das irdische Dasein befreit werden, damit sie Wohnungen und Häuser verlassen konnten. Um einen friedlichen Tod zu erleichtern, wurde Salz ins Feuer gestreut, wenn ein Verwandter am Sterbebett lag. Es sollte ihm helfen, sich zu verabschieden und den Weg zum Himmel zu finden. Aber auch das Loslassen von Gewohnheiten, Ängsten, Sorgen und Depressionen sollte das Salz bewirken.

Heilung:
Da Salz die Eigenschaft hat, Totes vor Zerfall und Verwesung zu bewahren, wurde in ihm eine besondere lebensspendende Kraft vermutet. Schon die Germanen sahen im Salz die – ansonsten unmögliche – Verbindung zweier gegensätzlicher Elemente, des Feuers und des Wassers. Salz war für sie daher etwas unmittelbar Göttliches. In der germanischen Überlieferung waren insbesondere Salzquellen „dem Himmel nahe“: Gebetsstätten also, an welchen Wünsche erhört und Krankheiten geheilt wurden. Dieses Element finden wir im Mittelalter wieder, wo Salz als „Übermittler göttlicher segenskraft“ bezeichnet wird, und ebenfalls in den christlichen Taufriten, die vom „Salz der Weisheit“ sprechen. Daher galt Salz auch als das Krankheits-Orakel: Wurde Salz in der Hand beim Betreten des Krankenzimmers schnell feucht, so galt dies als Zeichen, dass die Krankheit nicht heilbar sei, blieb es dagegen trocken, war die baldige Genesung sicher. Salz galt als generelles Heilmittel gegen alle Krankheiten. Es wurde für Bäder, Fußbäder, Abreibungen, Waschungen und zur Wunddesinfektion verwendet. Über den Kranken geworfen, sollte es Fieber vertreiben. Die innere Einnahme half gegen Ohnmacht und Schwächeanfälle, äußerlich wurde es gegen Juckreiz, Geschwüre und Ausschläge verwendet. Als Schutz in einem Beutel getragen, sollte es Ansteckung verhindern. Salzwasser-Fußbäder
wurden gegen Kopfschmerzen, ausbleibende Menstruation und Impotenz angewandt.
Im Essen half es Heimweh und Liebeskummer zu linden. Darin mag die alte Weisheit wurzeln, die vom versalzenem Essen auf verliebte Köche schließt.

                  

                        

 

   
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Download 'Allgemeines über Salz'   (pdf 766 KB)
 
Download 'Salzkammer Folder Anwendungen'   (pdf 210 KB)
  
Download 'Heilkräfte des Salzes'   (pdf 132 KB)

 

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